Andacht (als Beitrag)

Im Markusevangelium 6,7-12 finden wir folgenden Bericht über Jesus Christus:

Dann rief er die Zwölf zu sich; er gab ihnen die Vollmacht, die bösen Geister auszutreiben, und sandte sie zu zweien aus. Er befahl ihnen, nichts mit auf den Weg zu nehmen außer einem Wanderstock; kein Brot, keine Vorratstasche und auch kein Geld. „Sandalen dürft ihr anziehen“, sagte er, „aber nicht zwei Hemden übereinander!“ Weiter sagte er: „Wenn jemand euch aufnimmt, dann bleibt in seinem Haus, bis ihr von dem Ort weiterzieht. Wenn ihr in einen Ort kommt, wo die Leute euch nicht aufnehmen und euch auch nicht anhören wollen, dann zieht sogleich weiter und schüttelt den Staub von den Füßen, damit sie gewarnt sind.“ Die Zwölf machten sich auf den Weg und forderten die Menschen auf, ihr Leben zu ändern.

Jesus sendet seine Boten aus. Was gibt er ihnen mit auf den Weg? Erstens: Die Vollmacht, böse Geister auszutreiben. Sein guter Geist, die gute Kraft Gottes begleitet sie. Sie werden dem Bösen widerstehen können. Zweitens: Er lässt sie nicht allein gehen. Zu zweit, um sich gegenseitig zu stärken und zu stützen, sendet er sie aus. Drittens: Als Ausrüstung lässt er einen Wanderstock, Sandalen und ein Kleidungsstück zu, sonst nichts. Für den Weg sollen sie sich ausstatten, aber nicht für das Bleiben in einem Haus. Ein zweites Hemd als Decke für die Nacht und Lebensmittel dürfen sie nicht mitnehmen. Somit müssen sie jemanden finden, der sie in sein Haus aufnimmt.
Wenn die Menschen eines Ortes sich nicht der Botschaft Jesu Christi öffnen, ihre Türen verschlossen halten für Jesu Boten, sollen sie auch die kleinste Verunreinigung durch diese heillosen Menschen von sich abschütteln. Und damit deutlich machen, dass es weiteres Unheil bedeutet, wenn man Jesu Boten und damit ihn selbst ablehnt.
Die Botschaft der zwölf Jünger Jesu ist die Aufforderung, sein Leben zu ändern, d.h. den bisherigen Lebenswandel zu überdenken und zurückzukehren zum Glauben an, zum Vertrauen auf Gott.
Jesus vertraut seinen Jünger seine Botschaft an, hat Vertrauen zu ihnen. Die Jünger gewinnen durch ihr Vertrauen auf Jesus so viel Selbstvertrauen, dass sie aufbrechen und sich der Aufgabe stellen, die Jesus ihnen auferlegt.
Auch wir heute sind eingeladen, auf Jesus Christus zu vertrauen, uns seinem guten Geist zu öffnen. Wir sind diejenigen, zu denen die Boten Jesu kommen.
Gleichzeitig sind wir aber auch selbst Boten, aufgefordert, die bösen Geister des Neids, des Hasses, der Gewalt hinter uns zu lassen und uns denen zuzuwenden, die uns Gutes tun, uns guttun, unsere Güte brauchen.


Die Botschaft wird sehr schön wiedergegeben in dem Text des Liedes Nr. 395 aus dem Evangelischen Gesangbuch:

Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr euch weist,
weil Leben heißt sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit.
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt.
Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen, das Land ist hell und weit.

Pastorin Eva-Maria Franke