Andacht (als Beitrag)

Gott lässt uns wachsen…

Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. So sagt der Prophet Hosea Kapitel 8, Vers 7. Im Buch der Sprichwörter heißt es in 11, 23 – 27: 23 Die Hoffnung der Gerechten führt zum Guten. Die Hoffnung der Frevler aber erregt Gottes Zorn. 24 Es kommt vor, dass einer großzügig gibt und immer reicher wird. Ein anderer aber spart über die Maßen und hat doch nichts davon. 25 Wer für andere ein Segen ist, wird selbst beschenkt. Wer Getränke reicht, bekommt auch zu trinken. 26 Wer Getreide besitzt, aber nicht auf den Markt bringt, den verfluchen die Leute. Wer Getreide verkauft, dem wünscht man Segen. 27 Wer Gutes tun will, tut es, um Gott zu gefallen. Wer auf Böses aus ist, den trifft es selbst. Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief im 9. Kapitel über die Kollekte der christlichen Gemeinden für die Gemeinde in Jerusalem: »Wer spärlich sät, wird spärlich ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.« 7 Jeder soll so viel geben, wie er sich selbst vorgenommen hat. Er soll es nicht widerwillig tun und auch nicht, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Denn wer fröhlich gibt, den liebt Gott. 8 Gott aber hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun. 9 So heißt es ja in der Heiligen Schrift: »Er verteilt Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer.« 10 Gott gibt den Samen zum Säen und das Brot zum Essen. So wird er auch euch den Samen geben und eure Saat aufgehen lassen. Euer ge-rechtes Handeln lässt er Ertrag bringen. 11 Er wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigebig sein könnt. Und aus eurer Freigebigkeit entsteht Dankbarkeit gegenüber Gott, wenn wir eure Gaben überbringen. 12 Denn die Ausübung dieses Dienstes lindert nicht nur den Mangel, an dem die Heiligen leiden. Sie ist auch deshalb so wertvoll, weil sie große Dankbarkeit gegenüber Gott bewirkt. Säen und ernten hängen zusammen, je nachdem, welche Saat ich ausstreue, wird die Ernte unterschiedlich sein, werde ich Gutes oder Böses ernten.

Anfang Oktober feiern wir Erntedankfest. Trotz Klimawandel, Coronapandemie, Vogelgrippe und aller Sorgen durch den Krieg in der Ukraine wird doch eine Ernte bei uns eingefahren. Trotz allem hat Gott Nahrung wachsen lassen und wenn wir Menschen nicht Hass und Machtgier säen und ernten würden, gäbe es die Chance, gerecht zu teilen und niemanden hungern zu lassen. Der Mensch erntet, was er sät. Ende Oktober 1517 begann ein neuer Wind in der Kirche zu wehen, der zum Sturm der Reformation wurde. Die Reformation, der Glaubenskampf in der christlichen Kirche, forderte auch Opfer, da er erbittert geführt wurde. Letztlich aber wurde aus der Bewegung eine Bereicherung des christlichen Glaubens. Was Luther, Zwingli, Calvin und die anderen Reformatoren säten, brachte auch gute Ernte. Mittlerweile gehen die christlichen Kirchen mehr denn je auf einander zu und sind verbunden durch das Bekenntnis zu dem einen Herrn der Kirche, Jesus Christus. Wie zum Beispiel die altreformierte und die reformierte Gemeinde in Laar. Der Mensch erntet, was er sät. Der Mensch darf aber auch ernten, was er nicht gesät hat. Gott hat den Samen der Liebe in die Menschen gesät durch Jesus Christus. Der Mensch erntet, was er sät, aber Gott gibt immer wieder die Kraft zum Wachstum hin zum Guten, in der Natur, in der Kirche, in der Gesellschaft. Matthias Claudius hat 1783 in einem Liedtext so beschrieben: Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! Mögen das Erntedankfest und der Reformationstag in diesem Jahr dazu beitragen, dass wir uns voller Dankbarkeit an Gott wenden, im Glauben gestärkt werden, die Hoffnung auf Gottes neue Welt wecken und Gottes Liebe in die gute Tat umsetzen.

Pastorin Eva-Maria Franke