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Andacht (als Beitrag)

Du sollst Urlaub machen!

Die biblische Botschaft in 2. Mose 20,8-11 ist eindeutig:

Du sollst an den Sabbat denken! Er soll ein heiliger Tag sein! Sechs Tage in der Woche darfst du jede Arbeit tun. Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag. Er gehört dem Herrn, deinem Gott. An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun: weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter, dein Sklave oder deine Sklavin, auch nicht dein Vieh oder der Fremde in deiner Stadt. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel, die Erde und das Meer gemacht mit allem, was dort lebt. Aber am siebten Tag ruhte er. Deswegen hat der Herr den Ruhetag gesegnet und ihn zu einem heiligen Tag gemacht.

Gott gebietet dem Menschen Ruhe. Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Wer von uns wünscht sich nicht Ruhe und Erholung? Endlich Urlaub! Gott gönnt uns diese Ruhe! Er fordert sie sogar. Offenbar hat Gott gewusst, wie sehr den Menschen seine Arbeit gefangen nehmen kann. So sehr, dass er über seine Geschäftigkeit alles andere vergisst und seine Arbeit zur Religion macht. Ein gesondertes Arbeitsgebot war deshalb gar nicht nötig, wohl aber die Mahnung, regelmäßig eine Pause einzulegen. Gott selbst macht es uns vor. Nach sechs Tagen Schöpfungswerk gönnt sich Gott einen Urlaubstag.

Unseren Urlaubsanspruch müssen wir uns aus biblischer Sicht keineswegs verdienen. Der Mensch wurde am sechsten Tag erschaffen und schon gleich sein erster voller Tag auf der Erde war ein Ruhetag. Die Feiertagsruhe ist das sichtbare Zeichen dafür, dass der Mensch aus der Gnade Gottes und nicht aus seinen Werken lebt. Schon bevor wir Menschen unsere Arbeit aufnehmen, haben wir Anteil an Gottes Heiligkeit. Uns wird Sinn geschenkt, bevor wir unser Leben selbst in die Hand nehmen.

Das regelmäßige Pausieren von unserer Arbeit an Sonn- und Feiertagen und im Urlaub hilft uns zum einen, körperlich und geistig zu regenerieren. Zum anderen gibt es uns Raum, mit Abstand über unser Leben nachzudenken und es immer wieder neu aus höherer Perspektive zu bewerten. Gott betrachtet nach der Arbeit sein Werk und sagt „gut“. Nehmen wir uns auch genügend Zeit zum Loben, zum Freuen, zum Danken?

Urlaub unterbricht den Alltag. Jedes Unterbrechen birgt in sich die Chance, Dinge zu verändern, eine Unterbrechung kann auch ein Aufbrechen sein, neue Wege zu gehen.

Die Zeit steht dadurch nicht still. Aber wir gewinnen für einen Moment Abstand davon. Wir zählen unser Leben in Jahren und unseren Urlaub in Wochen oder Tagen. Oft meinen wir, dass das wahre Leben nur in der Freizeit, im Urlaub stattfindet. Aber ohne Arbeit wären wir auch nicht zufrieden.

Jetzt in der Urlaubs- und Ferienzeit können wir das Sabbatgebot so verstehen: Du sollst Urlaub machen, damit du erkennst, dass Gott dir Kraft gibt für alle deine Aufgaben. Du sollst Urlaub machen, damit du erfährst: Du bist Gott heilig.

Pastorin Eva-Maria Franke